In unserer kurzen Vorstellung von Joplin als lokaler Lösung für Notizen wurden sie schon kurz erwähnt, Clouds die man selbst unter Kontrolle hat. Da liegt es nahe, in der Februar-Ausgabe unserer kleinen Reihe anlässlich des DI.DAY über ownCloud und (vor allem) dessen Ableger Nextcloud zu sprechen.
Angefangen hat alles mit einer Cloud-Lösung, die man auf dem eigenen Server hosten kann. Dateien hoch- und herunterladen, in Ordner sortieren, Schlagworte vergeben, verschiedene Benutzer mit den jeweiligen Zugriffsrechten verwalten, Dateien für andere (intern oder auch extern) freigeben und so weiter. Das ging (und geht natürlich immer noch) über den Webbrowser, über Syncronisationsclients für verschiedene Betriebssysteme, über Apps für die üblichen Smartphone-Betriebssysteme oder auch über das standardisierte Protokoll WebDAV. Das dürfte schon für so manchen interessant sein, der beispielsweise seine Geschäftsunterlagen nicht irgendwo in die Untiefen der Rechenzentren von Microsoft, Google und Co. schieben möchte.
“Auf dem eigenen Server hosten” kann dabei inzwischen ganz unterschiedliche Formen annehmen. Nextcloud benötigt nicht viel mehr als einen Webspace, auf dem PHP und eine Datenbank (MySQL / MariaDB, PostgreSQL, Oracle) zur Verfügung stehen. ownCloud basierte in früheren Version ebenfalls auf PHP, nutzt mittlerweile aber andere Technologien mit anderen Ansprüchen an den Server. Je nachdem, was man mit seiner Nextcloud-Installation veranstalten möchte, reicht unter Umständen schon ein Kleinstrechner wie ein Raspberry Pi irgendwo in der Ecke. Und wenn man das mit Selbst-Hosten nicht so ganz wörtlich nehmen möchte, kann man auch bei verschiedenen Anbietern Nextcloud-Instanzen mieten, die in europäischen Rechenzentren gehostet werden. Je nach dem gewünschten Umfang (wie viel Speicherplatz, wie viele Benutzer usw.) beginnt das Vergnügen bei unter fünf Euro pro Monat.
Neben der ursprünglichen Kernfunktion, eben der Dateiverwaltung, gibt es mittlerweile ein ganzes Ökosystem von sogenannten Apps, mit denen man Nextcloud erweitern kann. Zum Standardumfang gehören mittlerweile ein Terminkalender (den man über CalDAV einbinden kann), ein Adressbuch (das man über CardDAV einbinden kann), eine Aufgabenverwaltung, eine App zum gemeinsamen Bearbeiten von Dokumenten, eine Management-App im Kanban-Stil und so weiter. Zusätzlich hat man die Auswahl aus einer Vielzahl weiterer Apps, die man auf Wunsch installieren kann, vom RSS-Reader über einfache Umfragen, eine Verwaltung für Kochrezepte, einen Viewer für DICOM-Dateien im medizinischen Bereich bis hin zu einer kompletten Office-Lösung, die beginnt Microsoft 365 Konkurrenz zu machen.
Klingt gut. Und wie geht’s jetzt weiter?
Wer die nötigen Ressourcen und Erfahrung hat, kann einfach eine Nextcloud-Instanz aufsetzen und etwas damit herumspielen. Bei Nextcloud direkt finden sich unter anderem ein Web-Installer, ein klassisches Installationsarchiv, Images für Virtualbox oder Docker-Images. Darüber hinaus kann man beispielsweise bei Nextcloud selbst oder beim Hoster Nimmerland (für Privatanwender bzw. für Business-Kunden) schnell eine Demo-Installation anfordern, die nach gewisser Zeit automatisch gelöscht wird. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, ob Nextcloud etwas für einen ist, reicht das ja völlig aus. Und wenn man mit nicht sehr reichlichen 1 GB Speicherplatz und einem einzigen Benutzer zufrieden ist, bietet der Hoster hosting.de eine managed Nextcloud-Instanz für umme. (Alle genannten Anbieter sind beispielhaft und werden nicht als Werbung erwähnt, es gibt weitere Anbieter.)